Neuigkeiten aus dem Forum - Weihnachtsgrüße
Liebe FreundInnen des Forumds der Achtsamkeit! Das bevorstehende Weihnachtsfest und der Jahreswechsel laden uns ein innezuhalten. Vielleicht blicken wir dankbar zurück auf ein Jahr voller segensreicher Begegnungen und innerem Wachstum. Vielleicht war dieses Jahr geprägt von schwierigen Zeiten, Ängsten, Sorgen und Problemen. Das Licht der Weihnacht steht für Neuanfang und für den ewigen Kreislauf des Werdens und des Vergehens. Wenn wir die positiven und die negativen Aspekte dieses Jahres noch einmal mit unserem Herzen betrachten, all die Bilder Revue passieren lassen und gleichzeitig loslassen, entsteht Raum für Neues. Das ungeschriebene Buch des kommenden Jahres liegt vor uns und wartet darauf, dass wir es schreiben. Mit welchen Inhalten es im Laufe des Jahres gefüllt wird, liegt ganz alleine an uns.
Dieses Jahr stand für mich nach dem schweren operativen Eingriff im Zeichen der Rekonvaleszenz. Neben den vielen nährenden Kraftquellen, aus denen ich schöpfen durfte, berührte mich in der Zeit der Genesung eine Postkarte, auf der ein kleines Lämmchen mit den Worten "kleine Sprünge" abgebildet war. Es waren und sind die kleinen Fortschritte und die große Unterstützung von vielen Seiten, für die ich aus ganzem Herzen dankbar bin.
"Kleine Sprünge" machen wir vielleicht auch in unserer Achtsamkeits- und Meditationspraxis. Es ist wunderbar, immer wieder von Euch zu erfahren, welche positiven Auswirkungen und welch segensreiche Transformation Meditation auf das Leben hat. Vermutlich befinden wir uns alle in der Rekonvaleszenz, einem Prozess der geistigen Genesung. Dabei sollten wir immer wieder überprüfen, welche Haltung wir in diesem inneren Prozess einnehmen. Allzu oft werden wir ungeduldig, wollen schnellere Fortschritte erfahren, "größere Sprünge machen" und blockieren uns damit selbst. Wir suchen im Außen nach Lösungen und finden mannigfaltige Gründe, warum bestimmte Aspekte in unserem Leben unbefriedigend sind. Als Achtsamkeitspraktizierende wissen wir, dass die Antworten im "Innen" zu finden sind, und geraten doch immer wieder in die mentale Falle der "Suche im Außen". Nur durch innere Sammlung, wie wir sie in der Meditation erfahren, können wir unsere Sicht tatsächlich verändern und erkennen, warum wir leiden oder unzufrieden sind.
Dazu ist es ebenso erforderlich, eine immer feinere Selbstwahrnehmung zu entwickeln. Wir wissen intuitiv, was uns gut tut und was nicht. Trotzdem übernimmt meist das denkende, konzeptuelle Bewusstsein die Regie. Unsere intellektuelle Wahrnehmung, geprägt durch unsere Erfahrungen, Prägungen und Muster, führt uns immer wieder in die gleichen Abläufe der Unbewusstheit, in dysfunktionales Denken und zwanghaftes Handeln sowie in Abhängigkeiten von äußerlichen Faktoren. Dadurch geraten wir zunehmend in eine mentale Dysbalance, die sich auch in somatischen Symptomen zeigen kann.
In der tibetischen Medizin bildet die Windenergie Lung eine der drei grundlegenden Funktionsprinzipien des Körpers und des Geistes. Lung ist eine dynamische, bewegende Kraft im Körper. Sie hat Einfluss u. a. auf unsere Atmung, die geistige Klarheit, Aufmerksamkeit und auf unsere Emotionen. Wir spüren, wenn diese Windenergie aus dem Gleichgewicht gerät. Gründe können u. a. Stress, Angst, Sorgen sein. So kann z. B. auch der Kontakt zu einer Person, die eine negative Haltung oder Aversionen in sich trägt, dein eigenes Lung beeinflussen. Wenn wir dies spüren, können wir im Rahmen unserer eigenen Selbstverantwortung einem solchen Einfluss aus dem Wege gehen und uns heilsamen Dingen zuwenden, die unsere Windenergie stärken. Es liegt somit zu einem großen Teil an uns selbst, wie und durch was wir uns beeinflussen lassen. Meditation und Achtsamkeit helfen uns dabei, immer tiefer zu erkennen, wahrzunehmen und eigenverantwortlich eine neue Sicht zu entwickeln. Das sind meistens kleine Erkenntnis-Schritte, die uns "Sprung für Sprung" auf dem Weg der inneren Transformation zu einem glücklicheren Leben führen. Und dabei ist jeder Schritt wie ein kleiner Neuanfang, der von positiven Einfluss unserer Windenergie getragen wird. Ein bisschen so wie das letzte Herbstblatt dieses Jahres im Wind. Je leichter, unbeschwerter und je freudvoller wir auf dem Weg sind, umso größer werden die Sprünge.
Wäre es nicht ein wundervoller Vorsatz, unbeschwert, mit Selbstliebe, mit offenem Herzen und voller Freude in das neue Jahr zu springen? Vielleicht gelingt es uns, etwas Abstand vom allgemeinen Trubel des Weihnachtskommerzes zu bekommen und neben den tausenden LEDs der Märkte das kleine Licht der Weihnacht zu entdecken, dass jeden Einzelnen von uns zum Neuanfang und zu inneren Frieden ruft.
In diesem Sinne wünsche ich Euch und Euren Familien von Herzen eine gesegnete, friedvolle Weihnacht und ein segensreiches glückliches neues Jahr.
Es grüßt Euch / Sie herzlich
Euer / Ihr
Thomas F.J. Voss
